
In vielen Fällen hat ein Unternehmen Schwierigkeiten, die richtige Bewerberin bzw. den richtigen Bewerber zu finden, während anderswo in Europa eine qualifizierte Fachkraft bereitsteht, um die Stelle zu besetzen. Das Talent ist da, die Nachfrage ist da, aber manchmal klappt die Verbindung nicht. Warum? Wenn Arbeitskräfte ins Ausland gehen, werden ihre Kompetenzen nicht immer sofort anerkannt.
Ein Umzug in ein neues Land aus beruflichen Gründen sollte nicht bedeuten, ganz von vorne anfangen zu müssen. Allzu oft lassen sich jedoch Qualifikationen und Erfahrungen, die in einem europäischen Land erworben wurden, in einem anderen Land nur schwer überprüfen, vergleichen oder interpretieren. Diese Lücke bei der Übertragbarkeit von Kompetenzen stellt sowohl für Arbeitsuchende, die berufliche Chancen wahrnehmen möchten, als auch für Arbeitgeber, die nach geeigneten Fachkräften suchen, ein großes Hindernis dar.
Sich im Labyrinth der Anerkennungen zurechtfinden
Zwei aktuelle Berichte des Europäischen Zentrums für die Förderung der Berufsbildung (Cedefop) – einer EU-Agentur, die sich auf berufliche Aus- und Weiterbildung, berufliche Kompetenzen und Bildung konzentriert – geben Aufschluss darüber, was der Übertragbarkeit von Kompetenzen im Wege steht. Ein großes Hindernis besteht in der Komplexität und Uneinheitlichkeit. Die Vorschriften für die Anerkennung beruflicher Qualifikationen unterscheiden sich von Land zu Land erheblich. Mancherorts ist der Ablauf unkompliziert, andernorts hingegen gleicht er einem Labyrinth aus verschiedenen Behörden und unklaren Verfahren. Dies gilt insbesondere für nicht regulierte Berufe, in denen die Transparenz oft am geringsten ist. Wenn ein Arbeitgeber den Wert der im Ausland erworbenen Qualifikation einer Bewerberin bzw. eines Bewerbers nicht schnell überprüfen kann, zögert er möglicherweise, diese bzw. diesen einzustellen, was zu einem Missverhältnis zwischen Qualifikationsangebot und -nachfrage und daraus folgend einer Unterbeschäftigung von qualifizierten Personen führt.
Überwindung des Mangels an digitaler Vernetzung
Das zweite Hindernis ist die digitale Fragmentierung. Zwar werden in vielen Länder digitale Datenbanken eingerichtet und digitale Zertifikate ausgestellt, doch sind die entsprechenden Systeme sind nicht immer nahtlos miteinander kompatibel. Vielleicht verfügt jemand über ein digitales Zertifikat aus seinem Heimatland, doch wenn Arbeitgeber in einem anderen Land dieses nicht schnell überprüfen können, wird es möglicherweise nicht vollständig anerkannt. Wie vom Cedefop festgestellt, ist nicht die Ausstellung digitaler Qualifikationsnachweise das Problem, sondern die Überprüfung der Gültigkeit dieser Nachweise über Grenzen hinweg. Ohne vertrauenswürdige, interoperable digitale Instrumente bleibt der Nachweis von Kompetenzen unnötig kompliziert.
Wie können wir diese Barrieren also beseitigen? Hier kommt EURES ins Spiel. Während umfassendere EU-Initiativen wie die geplante Initiative für die Portabilität von Kompetenzen darauf abzielen, die Vorschriften zu harmonisieren und digitale Systeme miteinander zu verknüpfen, unterstützt EURES Sie dabei, sich schon heute im derzeitigen Umfeld zurechtzufinden.
Als Arbeitsuchende steht Ihnen ein europaweites Netzwerk von EURES-Beraterinnen und -Beratern zur Verfügung, die Sie durch den Prozess begleiten und Sie an die für die Prüfung und Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen zuständigen Behörden verweisen. Außerdem erhalten Sie von Ihrer EURES-Beraterin bzw. ihrem EURES-Berater Tipps, wie Sie Ihre Kompetenzen – unabhängig davon, ob sie formal, nichtformell oder informell erworben wurden – am besten präsentieren, damit Sie besser auf Ihre Stellensuche vorbereitet sind. Darüber hinaus können Sie durch die Erstellung eines Profils auf dem EURES-Portal Ihre Kompetenzen in standardisierter Weise darstellen, sodass Arbeitgeber in ganz Europa Ihre Qualifikationen leichter finden und nachvollziehen können.
Für Arbeitgeber bietet die EURES-Beratung Hilfe bei der Personalbeschaffung im Ausland, Antworten auf Fragen zu im Ausland erworbenen Qualifikationen und Unterstützung während des gesamten Verfahrens der grenzüberschreitenden Einstellung.
Die Zukunft der Arbeit in Europa ist mobil, weshalb es von entscheidender Bedeutung ist, die in den beiden Cedefop-Berichten zur Anerkennung von Qualifikationen und zu digitalen Nachweise aufgezeigten Hindernisse zu überwinden. In der Zwischenzeit können Sie sich, wenn Sie einen Schritt voraus bleiben möchten, darüber informieren, welche Dokumente Sie bei einem Umzug ins Ausland benötigen.
Weiterführende Links:
Europäisches Zentrum für die Förderung der Berufsbildung (Cedefop)
Initiative für die Portabilität von Kompetenzen
Recognition and validation of foreign VET qualifications in Europe
Digital tools for the portability of learning outcomes
Umzug ins Ausland? Stellen Sie Ihre Dokumente zusammen
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- Datum der Veröffentlichung
- 2. September 2026
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- Europäische Arbeitsbehörde | Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration
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