
Der Mangel an Arbeitskräften und Fachkräften wird für Arbeitgeber in vielen Mitgliedstaaten der EU zunehmend zu einem Problem. Da ältere Arbeitskräfte in den Ruhestand gehen und neue Anforderungen in Bezug auf digitale und grüne Kompetenzen entstehen, liegt der Schwerpunkt nun darauf, den Schulungs-, Wohn- und sonstigen Anforderungen von unterbeschäftigten Gruppen von Arbeitskräften vor Ort – von Flüchtlingen bis hin zu Studierenden – gerecht zu werden. So heißt es im Bericht mit dem Titel „Praktiken der Unternehmen zur Bekämpfung des Arbeitskräftemangels“ der EU-Agentur Eurofound.
Im zweiten von zwei Artikeln, in denen die Ergebnisse des Berichts untersucht werden, werden drei Ansätze vorgestellt, wie Unternehmen ihre Attraktivität für die von ihnen benötigten Arbeitskräfte aus der EU steigern können.
Investitionen in die Weiterbildung von Arbeitskräften
- Der Arbeitskräftemangel führt häufig zu Unterbrechungen im Busverkehr des Unternehmens Cyprus Public Transport (CPT), was wiederum mit finanziellen Sanktionen geahndet wird. Die älteren Fahrer gehen in den Ruhestand und scheiden aus einem oftmals stressigen Beruf aus, und die Ausbildungskosten sowie die negative Wahrnehmung des Bereichs schrecken neue Bewerber ab. CPT hat im Jahr 2020 ein Ausbildungsprogramm für Busfahrer eingeführt, bei dem die Kosten nach sechs Monaten im Beruf erstattet werden. Zum Zeitpunkt der Recherchen hatten sieben Fahrer die Ausbildung abgeschlossen und 16 weitere standen kurz davor. Das Unternehmen plant für die Zukunft, ein potenzielles Hindernis zu beseitigen, indem es den Fahrern bereits während der Ausbildung eine Vergütung zahlt.
- Das niederländische IT-Unternehmen Aurai ist in einem wettbewerbsintensiven Markt für Datenwissenschaftler und Fachkräfte für künstliche Intelligenz (KI) tätig. Es hat ein 16-monatiges Ausbildungsprogramm für Berufserfahrene in den Bereichen Datenwissenschaft, Ingenieurwesen und maschinelles Lernen ins Leben gerufen. Von den 65 Personen, die zwischen 2017 und 2023 an dem Programm teilnahmen, wurden 11 übernommen.
Berufliche Weiterbildung für neue Beschäftigungsformen
- Die Stadt Helsinki bildet Studierende, Arbeitslose, Flüchtlinge und Migranten im Rahmen eines von der Regierung geförderten Programms zu Pflegekräften in der Altenpflege aus. Die Teilnehmer können im Anschluss eine Ausbildung zur Pflegefachkraft absolvieren. Im Zeitraum von 2022 bis 2023 nahmen 120 Personen an dem Programm teil.
- Das Ukrainian Professional Support Centre (UPSC) aus Schweden vermittelt ukrainische Fachkräfte an Arbeitgeber, die offene Stellen zu besetzen haben. Das UPSC, ein Zusammenschluss von Personalvermittlern aus dem Privatsektor, bietet dazu Networking-Veranstaltungen, Jobmessen und Lebenslaufdatenbanken an. Bis Oktober 2023 konnte es 340 Flüchtlingen helfen, eine Beschäftigung in schwedischen Unternehmen zu finden – viele davon in Stockholm –, und zwar in Bereichen, in denen ein Fachkräftemangel herrscht, darunter im Gesundheits- und Sozialwesen, im Gastgewerbe, im IKT-Bereich sowie in Bereichen, in denen Fachkräfte, Wissenschaftler und technisches Fachpersonal gesucht wird.
Erfüllung der Anforderungen der Arbeitskräfte
- Im Prager Krankenhaus Na Františku herrschte ein Mangel an medizinischem Fachpersonal, da tschechische Absolventen oft im Ausland oder in anderen Branchen tätig werden. Das Interesse an der Ausbildung zum Krankenpflegepersonal sank zudem, als ein Hochschulabschluss erforderlich wurde, und qualifiziertes Personal mit Familie tut sich mit der Schichtarbeit schwer. Die Regierung hat seitdem die Ausbildung flexibler gestaltet und die Gehälter erhöht. Das Krankenpflegepersonal verlässt den Sektor nicht mehr, es herrscht jedoch weiterhin ein allgemeiner Personalmangel. Das Krankenhaus bietet Unterstützung in Form von erschwinglichen Unterkünften, von Plätzen in Krankenhausschlafsälen bis hin zu Sozialwohnungen für Personal mit Familie. Flexibilität bedeutet, dass 30 % des Personals im Krankenhaus in Teilzeit arbeiten. Derzeit gibt es dort keinen nennenswerten Arbeitskräftemangel.
Für weitere Informationen laden Sie den Bericht mit dem Titel „Praktiken der Unternehmen zur Bekämpfung des Arbeitskräftemangels“ herunter.
Weiterführende Links:
Praktiken der Unternehmen zur Bekämpfung des Arbeitskräftemangels
EURES-Bericht über Arbeitskräftemangel und -überschüsse 2023
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Einzelheiten
- Datum der Veröffentlichung
- 14. November 2024
- Autoren
- Europäische Arbeitsbehörde | Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration
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