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EURES (EURopean Employment Services)

Könnten kompetenzbasierte Einstellungsverfahren dazu beitragen, den Arbeitskräftemangel zu beheben?

Im heutigen von Fachkräftemangel geprägten Europa unterstützen die öffentlichen Arbeitsvermittlungsstellen Arbeitgeber dabei, effektive Einstellungsverfahren einzuführen, bei denen der Schwerpunkt stärker auf den Kompetenzen als auf den Qualifikationen liegt.

  • Presseartikel
  • 12. August 2026
  • Europäische Arbeitsbehörde, Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration
  • Lesedauer: 4 Min

Könnte es sein, dass Arbeitgeber wertvolle Fähigkeiten übersehen, weil sie sich in erster Linie auf formale Qualifikationen konzentrieren? Die kompetenzorientierte Personalauswahl, bei der die Fähigkeiten und Kompetenzen der Bewerbenden stärker im Vordergrund stehen, ist ein wertvolles Instrument, mit dem Arbeitgeber die Arbeitskräfte finden können, die sie brauchen – und mithilfe der öffentlichen Arbeitsvermittlungsstellen in Europa können Unternehmen dieses Instrument optimal nutzen. Die öffentlichen Arbeitsvermittlungsstellen sind die Behörden, die Arbeitgeber und Arbeitssuchende in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein zusammenbringen.

Hindernisse, die es zu überwinden gilt

Das Bewusstsein für den Fachkräftemangel hat zugenommen. Warum legen dann nicht mehr Arbeitgeber bei der Personalauswahl den Schwerpunkt auf die Kompetenzen der Bewerbenden? Einem kürzlich veröffentlichten Papier des Netzwerks der europäischen öffentlichen Arbeitsvermittlungsstellen zufolge gibt es einige Hindernisse:

  • Viele Arbeitgeber – insbesondere KMU – sind mit dem Konzept der kompetenzbasierten Personalauswahl noch nicht vertraut.
  • Selbst wenn sie damit vertraut sind, zögern Unternehmen möglicherweise, kompetenzbasierte Ansätze einzuführen, da sie einen erhöhten Ressourcenbedarf vermuten.
  • Viele empfinden die kompetenzbasierte Personalauswahl als zu komplex, was zu unklar definierten Kompetenzanforderungen und allgemeinen Stellenbeschreibungen führt, die eine erfolgreiche Vermittlung erschweren.
  • Viele Arbeitgeber haben kein vollständiges Bild ihres Qualifikationsbedarfs.

Hier kommen Europas öffentlichen Arbeitsvermittlungsstellen ins Spiel. Durch die Zusammenarbeit mit ihnen können Arbeitgeber ihre Bedürfnisse ermitteln und Einstellungsverfahren entwickeln, die die Fähigkeiten und Kompetenzen der Bewerbenden besser würdigen.

Die öffentlichen Arbeitsvermittlungsstellen nutzen digitale Tools, um die Arbeitgeber bei der Verbesserung ihrer Stellenausschreibungen zu unterstützen, beispielsweise durch die Ermittlung berufsspezifischer und übertragbarer Kompetenzen. Ein weiterer wertvoller Dienst hilft Arbeitgebern, zwischen Kompetenzen, die für die Ausübung einer Arbeit vom ersten Tag an unerlässlich sind, und Kompetenzen, die im Laufe der Zeit erworben werden können, zu unterscheiden.

Unterstützung nach Land

Solche Dienstleistungen sind nicht neu. Zahlreiche öffentliche Arbeitsvermittlungsstellen in ganz Europa unterstützen Arbeitgeber bereits seit Jahren dabei, bei der Personalauswahl auf Qualifikationen zu setzen. Hier einige Beispiele:

  • Die französische öffentliche Arbeitsvermittlungsstelle (France Travail) wendet die „méthode de recrutement par simulation“ (MRS) an. Das System umfasst Simulationsübungen, die gemeinsam mit Arbeitgebern entwickelt wurden und mit denen wichtige Fähigkeiten und Kompetenzen (z. B. Sorgfalt, Teamfähigkeit) bewertet werden, die für den Erfolg in einer bestimmten Position erforderlich sind. Die MRS hat sich insbesondere in Branchen mit Arbeitskräftemangel (z. B. Logistik, Warenherstellung, Gastgewerbe, Einzelhandel) als besonders wirksam erwiesen, da es den Zugang zu qualifizierten Bewerbenden ohne formelle Abschlüsse erweitert hat.
  • Die öffentliche Arbeitsvermittlungsstelle von Luxemburg (ADEM) arbeitet eng mit Arbeitgebern zusammen, um kompetenzbasierte Einstellungs- und Ausbildungsprozesse gemeinsam zu gestalten, insbesondere in Branchen, in denen ein akuter Mangel herrscht (z. B. Gastronomie und Gastgewerbe).
  • Die öffentliche Arbeitsvermittlungsstelle Österreichs (AMS) arbeitet mit Arbeitgebern zusammen, um Qualifikationsanforderungen zu definieren und kurze Ausbildungsmodule an den Bedarf an freien Stellen in Mangelberufen anzupassen.
  • Die öffentlichen Arbeitsvermittlungsstellen in Belgien (VDAB) und Finnland (Työmarkkinatori) setzen KI-gestützte Vermittlungssysteme ein, die sich statt auf gleiche Berufe auf Ähnlichkeiten bei den Kompetenzen konzentrieren.
  • In Irland dienen regionale Kompetenzforen als Koordinierungsplattform zwischen den öffentlichen Arbeitsvermittlungsstellen (Intreo), Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung und Arbeitgebern. Arbeitgeber nutzen diese Foren, um den derzeitigen und erwarteten Fachkräftemangel zu definieren, und die Ausschüsse für allgemeine und berufliche Bildung passen ihre Lehrpläne entsprechend an. Das Ergebnis ist eine bessere Abstimmung der Ausbildungsprogramme auf den Bedarf der Wirtschaft, eine schnellere Reaktion auf sektorale Fachkräftemangelprobleme und eine stärkere Beteiligung von KMU an Weiterbildungsinitiativen.

Insgesamt unterstützen die Leistungen der öffentlichen Arbeitsvermittlungsstellen Arbeitgeber beim Übergang von einer auf Qualifikationen ausgerichteten Denkweise hin zu einer kompetenzorientierten Herangehensweise und stärken so ihre Fähigkeit, die richtigen Arbeitskräfte für die jeweilige Stelle zu gewinnen.

Die Leistungen der öffentlichen Arbeitsvermittlungsstellen werden durch EU-weite Netzwerke wie EURES weiter verbessert. Erfahren Sie mehr über die neue EURES-Strategie und darüber, wie sie sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitsuchende unterstützt.

 

Weiterführende Links:

Thematischer Workshop zu kompetenzbasierten Ansätzen in Verfahren und Tätigkeiten der öffentlichen Arbeitsverwaltungen

ADEM – öffentliche Arbeitsvermittlungsstelle Luxemburg

AMS – Öffentliche Arbeitsvermittlungsstelle Österreich

VDAB – Öffentliche Arbeitsvermittlungsstelle Belgien

Työmarkkinatori – Öffentliche Arbeitsvermittlungsstelle Finnland

Intreo – Öffentliche Arbeitsvermittlungsstelle Irland

Regionale Kompetenzforen (Irland)

Europas Arbeitsmarkt verändert sich, und EURES ist bereit, mit seiner Strategie 2030 eine Vorreiterrolle einzunehmen

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Datum der Veröffentlichung
12. August 2026
Autoren
Europäische Arbeitsbehörde | Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration
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