
Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen verlässlichen Überblick über den Arbeitsmarkt des kommenden Jahrzehnts. Genau das bietet die aktualisierte Qualifikationsprognose, die kürzlich vom Europäischen Zentrum für die Förderung der Berufsbildung (Cedefop) veröffentlicht wurde. Durch die Analyse von Trends bis zum Jahr 2035 hilft dieses Tool allen – von einzelnen Arbeitsuchenden bis hin zu großen Unternehmen –, sich auf den Wandel des Kompetenzbedarfs und sich abzeichnende Chancen vorzubereiten.
Eine Kristallkugel für Europas Arbeitskräfte
Der Qualifikationsprognose zufolge wird die Gesamtbeschäftigung in Europa zwischen 2023 und 2035 um mehr als 4 % steigen. Dieses Wachstum ist jedoch nicht gleichmäßig verteilt. Ein Großteil der Nachfrage in bestimmten Bereichen ist auf den Ausbau grüner und digitaler Technologien zurückzuführen. So wird beispielsweise erwartet, dass die Zahl der Arbeitsplätze in der digitalen Wirtschaft EU-weit jährlich um 2,5 % steigen wird, wobei die Wachstumsrate in Rumänien sogar auf 7,8 % ansteigen dürfte. Die Stromerzeugung ist ein weiterer Sektor, für den ein rasantes Wachstum prognostiziert wird, insbesondere in Ländern wie Malta und Luxemburg.
Wenn Sie auf der Suche nach einem Arbeitsplatz sind, ist die Botschaft klar: Die Fortbildung in den Bereichen MINT und grüne Technologien ist der Schlüssel zur zukünftigen Stabilität. Für Arbeitgeber unterstreicht dies die dringende Notwendigkeit, in Weiterbildung zu investieren, um sich die für diese wachsenden Branchen benötigten Fachkräfte zu sichern. Sie können diese Prognosen direkt im Tool zur Qualifikationsprognose einsehen.
Ältere Arbeitnehmer und drohender Arbeitskräftemangel
Die Prognose lässt mehrere bedeutende Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt erkennen. Die Erwerbsbevölkerung wird immer älter: Die Zahl der Arbeitskräfte im Alter von 65 Jahren und darüber steigt vielerorts um mehr als 7 % pro Jahr, während die Kernaltersgruppe der 30- bis 54-Jährigen schrumpft. Das bedeutet, dass viele Stellen besetzt werden müssen, einfach weil Menschen in den Ruhestand gehen.
Mit anderen Worten: Bei hochqualifizierten Berufen wie Führungskräften und Fachkräften im Gesundheitswesen zeichnet sich ein erheblicher Mangel ab. Im Gegensatz dazu geht die Zahl der Arbeitsplätze im Bereich der fossilen Brennstoffe zurück, wobei die Beschäftigung im Kohlesektor jährlich um voraussichtlich 10,7 % sinken wird.
Wie können diese Daten helfen?
- Schulungsanbieter können sie nutzen, um ihre Lehrpläne zu verbessern.
- Arbeitsuchende können Wachstumsbranchen identifizieren und ihre Qualifikationen entsprechend ausbauen.
- Arbeitgeber können den Cedefop-Index für berufliche Qualifikationen und Fachkräftemangel nutzen, um genau zu ermitteln, wo Lücken bestehen, und so den Recruitment-Prozess wesentlich effizienter zu gestalten.
Wie EURES Sie unterstützen kann
Wie können Sie diese Zahlen also nutzen, um Ihre nächsten Schritte zu planen? Hier kommt EURES ins Spiel. Während das Cedefop aufzeigt, in welche Richtung sich der Arbeitsmarkt entwickelt, kann EURES Sie dabei unterstützen, hierauf entsprechend zu reagieren. Wenn Sie auf Stellensuche sind und die Prognosen eine steigende Nachfrage nach Ihren Qualifikationen im Ausland erwarten lassen, können Ihnen die EURES-Berater dabei helfen, passende Stellenangebote zu finden.
Für Arbeitgeber ergänzt EURES die Qualifikationsprognose um aktuelle Informationen über Arbeitskräftemangel und -überschüsse in ganz Europa, die über seinen Jahresbericht und sein interaktives Dashboard verfügbar sind. Gleichzeitig bietet EURES Zugang zu einem größeren Fachkräftepool in 31 europäischen Ländern.
Durch die Kombination der Prognosedaten des Cedefop mit den EURES-Diensten bleiben Sie den kommenden Entwicklungen immer einen Schritt voraus.
Wenn Sie mehr über weitere Veröffentlichungen des Cedefop erfahren möchten, lesen Sie den EURES-Artikel über seine 18 Leitlinien, die Wege zur Umgestaltung der Berufsberatung in ganz Europa aufzeigen.
Weiterführende Links:
Europäisches Zentrum für die Förderung der Berufsbildung (Cedefop)
Cedefop-Index für berufliche Qualifikationen und Fachkräftemangel
So sind Sie mit den neuen EU-Leitlinien in der modernen Arbeitswelt erfolgreich
Weitere Informationen:
EURES-Beratung suchen
Lebens- und Arbeitsbedingungen in EURES-Ländern
EURES-Jobdatenbank
EURES-Dienstleistungen für Arbeitgeber
EURES-Veranstaltungskalender
Kommende Online-Veranstaltungen
EURES auf Facebook
EURES auf Twitter
EURES auf LinkedIn
- Datum der Veröffentlichung
- 15. September 2026
- Autoren
- Europäische Arbeitsbehörde | Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration
- Themen
- Geschäft /Unternehmertum
- EU-Toolbox für Mobilität
- Hinweise und Tipps
- Arbeitsmarktnachrichten/Mobilitätsnachrichten
- Nachrichten/Berichte/Statistiken
- Rekrutierungstrends
- Jugend
- Verwandte(r) Abschnitt(e)
- EURES-Dienstleistungen
- Hilfe und Support
- Hinweise und Tipps
- Arbeitsmarktinformationen
- Leben und Arbeiten
- Sektor
- Accomodation and food service activities
- Activities of extraterritorial organisations and bodies
- Activities of households as employers, undifferentiated goods- and services
- Administrative and support service activities
- Agriculture, forestry and fishing
- Arts, entertainment and recreation
- Construction
- Education
- Electricity, gas, steam and air conditioning supply
- Financial and insurance activities
- Human health and social work activities
- Information and communication
- Manufacturing
- Mining and quarrying
- Other service activities
- Professional, scientific and technical activities
- Public administration and defence; compulsory social security
- Real estate activities
- Transportation and storage
- Water supply, sewerage, waste management and remediation activities
- Wholesale and retail trade; repair of motor vehicles and motorcycles