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EURES (EURopean Employment Services)

Sie verfügen über die notwendigen Kompetenzen, haben aber keinen entsprechenden Abschluss? Die EU legt verstärkt Wert auf Fähigkeiten

Die EU plant die Vermittlung von Stellen anhand der tatsächlichen Kompetenzen der Bewerber und Bewerberinnen nicht anhand formaler Qualifikationen. Indem der Fokus darauf gelegt wird, über welche tatsächlichen Kompetenzen Beschäftigte verfügen, wird diese Strategie dazu beitragen, den kritischen Arbeitskräftemangel zu überbrücken und in der Arbeitswelt für Resilienz und Inklusion zu sorgen.

  • Presseartikel
  • 23. Juli 2026
  • Europäische Arbeitsbehörde, Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration
  • Lesedauer: 4 Min

Die Arbeitsmärkte in Europa durchlaufen derzeit einen größeren Wandel. Während durch den digitalen und den grünen Wandel neue Chancen eröffnet werden, trägt der Rückgang der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zu Personalengpässen im Gesundheitswesen, in der IKT-Branche, im Baugewerbe und im Gastgewerbe bei.

In diesem schwierigen Umfeld übersehen Arbeitgeber möglicherweise fähige Bewerber und Bewerberinnen, weil sie sich zu sehr auf formale Qualifikationen konzentrieren. Kompetenzen, die in verschiedenen Funktionen und Branchen zum Einsatz kommen können, lassen sich oft nur schwer erkennen (z. B. Problemlösungskompetenzen, Teamfähigkeit, digitale Kompetenzen), obwohl sie auf einem sich wandelnden Arbeitsmarkt zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Um dieser Herausforderung zu begegnen, fördert die EU kompetenzbasierte Beschäftigungsansätze und ermutigt die Arbeitgeber und die öffentlichen Arbeitsverwaltungen, den Fokus stärker auf die Fähigkeiten der Menschen zu legen als auf ihre Qualifikationen.

Die Zukunft der öffentlichen Arbeitsverwaltungen

In den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie in Norwegen, Island und Liechtenstein sind die öffentlichen Arbeitsverwaltungen die Stellen, die Arbeitsuchende mit Arbeitgebern zusammenbringen. Sie tragen durch Information, Vermittlung und aktive Unterstützungsmaßnahmen dazu bei, dass Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt aufeinander abgestimmt werden. Die Einführung kompetenzbasierter Beschäftigungsansätze spielt bei in Bezug auf den digitalen und den grünen Wandel eine wichtige Rolle. Durch solche Konzepte kann die sektorübergreifende Arbeitskräftemobilität gefördert und ein Beitrag dazu geleistet werden, dass Arbeitsuchende in der sich rasch wandelnden europäischen Wirtschaft widerstandsfähiger werden.

Wie also können die öffentlichen Arbeitsverwaltungen kompetenzbasierte Grundsätze in ihre täglichen Abläufe integrieren?

In einem kürzlich vom Europäischen Netzwerk der öffentlichen Arbeitsverwaltungen ausgerichteten Workshop wurde folgender Schluss gezogen:

  • Eine gemeinsame Sprache für Kompetenzen ist unerlässlich. Die derzeitigen Unterschiede in der Art und Weise, wie Arbeitsuchende, Arbeitgeber und öffentliche Arbeitsverwaltungen in ganz Europa Berufe und Kompetenzen beschreiben, erschweren die Vermittlung von Menschen in passende Beschäftigungsmöglichkeiten.
  • Dabei ist es wichtig, dass die Einschätzung durch einen Menschen vorgenommen wird. Künstliche Intelligenz (KI) sollte die Einschätzung durch die Berater und Beraterinnen der öffentlichen Arbeitsverwaltungen ergänzen und nicht ersetzen.
  • Arbeitgeber sind wichtige Partner. Die Zusammenarbeit mit ihnen kann dazu beitragen, den tatsächlichen Kompetenzbedarf zu ermitteln und die Ausbildungs- und Einstellungsmöglichkeiten zu verbessern, um den europäischen Arbeitsmarkt wettbewerbsfähiger zu machen.
  • Inklusion ist nach wie vor ein zentraler Punkt. Kompetenzbasierte Ansätze sollten alle Arbeitsuchenden unterstützen, einschließlich derjenigen mit geringen (oder gar keinen) Qualifikationen, ältere Beschäftigte und Migrantinnen und Migranten.

Die öffentlichen Arbeitsverwaltungen machen es möglich

Europaweit machen die öffentlichen Arbeitsverwaltungen in mehreren Bereichen Fortschritte:

  • Mehrere öffentliche Arbeitsverwaltungen, unter anderem in Belgien, Luxemburg und Schweden, setzen KI-gestützte Systeme ein, wobei der Schwerpunkt eher auf der Abstimmung von Kompetenzen als auf der Abstimmung von Berufen liegt.
  • Immer mehr öffentliche Arbeitsverwaltungen, etwa in Österreich, befähigen Arbeitsuchende, indem sie sie dabei unterstützen, ihre Kompetenzen zu erkennen und diese sichtbar zu machen, selbst wenn es ihnen an formalen Qualifikationen fehlt.
  • Außerdem tragen öffentliche Arbeitsverwaltungen dazu bei, Kompetenzlücken durch Umschulung und Weiterbildung zu schließen. Durch gezielte Ausbildungsangebote (Tschechien, Estland und Kroatien) fördern sie die Entwicklung von Kompetenzen, die den Anforderungen des Arbeitsmarktes entsprechen.

Kompetenzbasierte Methoden sind daher von zentraler Bedeutung für die Zukunft der Dienstleistungen der öffentlichen Arbeitsverwaltungen. Natürlich bleibt noch viel zu tun: die Abstimmung der nationalen Systeme und der EU-Systeme, Investitionen in die digitale Infrastruktur, die Schulung des Personals und der Aufbau engerer Beziehungen zu Arbeitgebern und Bildungseinrichtungen. Eine Zukunft, in der sowohl Kompetenzen als auch Qualifikationen anerkannt werden, birgt jedoch das Potenzial für mehr Inklusion und höhere Resilienz des Arbeitsmarkts.

Die wichtigsten Prioritäten der öffentlichen Arbeitsverwaltungen stehen im Einklang mit der EURES-Strategie für eine faire und transparente Arbeitskräftemobilität für alle. Erfahren Sie, wie EURES Arbeitsuchende mit Behinderungen unterstützt.

 

Weiterführende Links:

Thematischer Workshop zur Überprüfung

Europäisches Netzwerk der öffentlichen Arbeitsverwaltungen

Wie EURES Arbeitsuchende mit Behinderungen unterstützt

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Datum der Veröffentlichung
23. Juli 2026
Autoren
Europäische Arbeitsbehörde | Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration
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