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EURES (EURopean Employment Services)

Angemeldete Erwerbstätigkeit kommt allen zugute – warum das auch Sie betrifft

Schwarzarbeit schadet allen – Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, Unternehmen und der europäischen Wirtschaft. Eine neue EU-weite Kampagne zeigt, warum es so wichtig ist, sie zu bekämpfen.

  • Presseartikel
  • 12. März 2026
  • Europäische Arbeitsbehörde, Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration
  • Lesedauer: 3 Min

Arbeiten Sie ohne Vertrag und werden bar bezahlt? Meldet Ihre Arbeitgeberin oder Ihr Arbeitgeber nur einen Teil Ihrer Arbeitszeit? Oder gelten Sie offiziell als selbstständig, aber Ihre Arbeitszeit und Aufgaben werden von einem Unternehmen bestimmt? Wenn eine dieser Situationen auf Sie zutrifft, lesen Sie weiter – denn Sie gelten als nicht angemeldete Arbeitnehmerin oder nicht angemeldeter Arbeitnehmer und sind damit nicht geschützt. 

Etwa jede zehnte Person in Europa gibt an, im vergangenen Jahr Waren oder Dienstleistungen gekauft zu haben, die möglicherweise mit Schwarzarbeit in Verbindung stehen. Ein Drittel kennt jemanden, der schwarzarbeitet. Dies schwächt die Wirtschaft Ihres Landes und der EU insgesamt, indem öffentlichen Einnahmen verringert und Systeme der sozialen Sicherheit untergraben werden und unlauterer Wettbewerb begünstigt wird. Aber was bedeutet das für Sie persönlich? Die Europäische Arbeitsbehörde hat kürzlich die Kampagne „Angemeldete Erwerbstätigkeit kommt allen zugute!“ ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für nicht angemeldete Erwerbstätigkeit und deren Risiken und Folgen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zu schärfen.

Als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer

Auch wenn Schwarzarbeit verlockend erscheinen mag, bedeutet sie keine Sicherheit, keine Sozialleistungen und keine garantierte Bezahlung. Im Falle eines Arbeitsunfalls müssen Sie sämtliche medizinischen und Rehabilitationskosten selbst tragen. Sie erhalten weder bezahlten Jahresurlaub noch Krankengeld, und als neue Eltern haben Sie auch keinen Anspruch auf Leistungen bei Mutter- oder Vaterschaft. Zudem gibt es keine Garantie, dass Ihre Bezahlung dem Mindestlohn entspricht – und im Falle einer ungerechtfertigten Entlassung haben Sie keinerlei rechtlichen Schutz. Und dabei sprechen wir nur von der Gegenwart. 

Nicht angemeldete Erwerbstätigkeit bietet auch keine Sicherheit für die Zukunft. Wenn Ihr Einkommen nicht angemeldet wird, werden keine Beiträge in Altersversorgungssysteme eingezahlt, sodass Sie im Alter und beim Eintritt in den Ruhestand weniger oder gar keine Ansprüche auf eine Rente haben. Und ja, das mag noch weit entfernt erscheinen, aber Sie werden es sich später danken.

Wenn Ihre Arbeit hingegen angemeldet ist (auch wenn Sie als Saisonarbeitskraft beschäftigt sind), haben Sie faire Bezahlung, Sicherheit und Rechte. Wie können Sie also sicher sein, dass Sie angemeldet sind? Hier finden Sie eine Checkliste:

  1. Sie haben einen schriftlichen Vertrag, in dem Ihre Pflichten und Rechte sowie die Ihrer Arbeitgeberin oder Ihres Arbeitgebers festgelegt sind.
  2. Ihr Gehalt wird regelmäßig gezahlt und Überstunden werden berücksichtigt.
  3. Sie sind bei Unfällen sowie vor Diskriminierung am Arbeitsplatz geschützt.
  4. Sie haben Anspruch auf Pausen, Krankheitsurlaub und Jahresurlaub.
  5. Sie sind sozialversichert, wodurch ihre Gesundheitsversorgung, Krankenversicherung, Arbeitslosenunterstützung und Rente bezahlt werden.
  6. Sie haben das Recht, einer Gewerkschaft beizutreten, für Ihre Rechte einzutreten und im Falle unfairer Bedingungen sogar zu streiken.

Als Arbeitgeberin oder Arbeitgeber

Angemeldete Erwerbstätigkeit kommt auch Ihnen zugute, denn sie ist nicht nur richtig, sondern auch unternehmerisch klug. Der erste Schritt ist die Einhaltung der geltenden Vorschriften und Gesetze. Halten Sie sich daher genau an die arbeitsrechtlichen Bestimmungen Ihres Landes. Stellen Sie sicher, dass Ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Ihrem Land legal beschäftigt werden dürfen. Führen Sie genaue Aufzeichnungen über Ihre angemeldeten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, einschließlich ihrer tatsächlichen Arbeitsstunden und aller Angaben zu Zahlungen und halten Sie sich dabei an geltende nationale und EU-Vorschriften. 

Ebenso wichtig ist es, Ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern jederzeit eine sichere Arbeitsumgebung zu bieten. Das bedeutet: 

  1. Sie riskieren keine Bußgelder – ein großer Vorteil.
  2. Sie haben zufriedenere, treuere und damit produktivere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
  3. Gewerkschaften? Streiks? Verträge? Alles kein Problem.
  4. Ihr Ruf? Professionell. Kundinnen und Kunden schätzen ethische Marken.
  5. Sie tragen zum Aufbau einer fairen Wirtschaft bei, und was könnte besser sein als das?

Zusätzlich zur Kampagne „Angemeldete Erwerbstätigkeit kommt allen zugute!” finden Sie bei unserer zentralen Anlaufstelle eine breite Palette an Ressourcen zur Bekämpfung von Schwarzarbeit.

 

Weiterführende Links:

„Angemeldete Erwerbstätigkeit kommt allen zugute!“ Kampagne

Arbeitnehmervideo zur Kampagne „Angemeldete Erwerbstätigkeit kommt allen zugute!“

Arbeitgebervideo zur Kampagne „Angemeldete Erwerbstätigkeit kommt allen zugute!“

Bekämpfung nicht angemeldeter Erwerbstätigkeit

Weitere Informationen: 

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Die Artikel sollen den Nutzern des EURES-Portals Informationen zu aktuellen Themen und Trends liefern und zu Diskussionen und Diskussionen anregen. Ihr Inhalt spiegelt nicht unbedingt die Meinung der Europäischen Arbeitsbehörde (ELA) oder der Europäischen Kommission wider. Darüber hinaus unterstützen EURES und ELA die oben genannten Websites Dritter nicht.