
Wie können wir jungen Menschen in Europa eine Zukunft ermöglichen, die sie nicht in den finanziellen Ruin treibt? Diese Frage versuchten junge Menschen und Roxana Mînzatu (Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für soziale Rechte und Kompetenzen, hochwertige Arbeitsplätze und Vorsorge) beim jugendpolitischen Dialog im März 2026 in Brüssel zu beantworten.
An dem Dialog nahmen 15 junge Menschen teil: neun Frauen und sechs Männer aus zwölf verschiedenen Ländern zwischen 21 und 29 Jahren. Diese berichteten von ihren Erfahrungen und tauschten sich darüber aus, was die steigenden Lebenshaltungskosten für sie bedeuten.
Wenn du jung bist und in Europa lebst, kommt dir das wahrscheinlich bekannt vor: Du kannst dir wegen der erschreckend hohen Mieten keine eigene Wohnung leisten, oder du bezahlst die Miete irgendwie, brauchst dann aber für die Nebenkosten oder deine Lebensmitteleinkäufe die Unterstützung deiner Familie. Vielleicht opferst du auch Freizeit- und Kulturaktivitäten.
Von der Ausbildung ins Arbeitsleben
Eine der wichtigsten Erkenntnisse war die Notwendigkeit, den Übergang von der Ausbildung ins Berufsleben zu verbessern. Vorgeschlagen wurden u. a.:
- mehr Praktika und Einstiegsmöglichkeiten,
- ein intensiverer Austausch zwischen Bildungsträgern und Arbeitgebern,
- das Ansehen von Berufsbildungen zu verbessern und sie schon frühzeitig für junge Menschen attraktiv zu machen, da technische Berufe oft als mögliche Laufbahn übersehen werden,
- die Verbesserung des in den Schulen vermittelten Finanzwissens, um junge Menschen auf ihre ersten Schritte im Erwachsenenleben vorzubereiten,
- durch Lohnzuschüsse und EU-Fördermittel die ersten Berufserfahrungen und den Zugang zu hochwertigen Arbeitsplätzen zu fördern.
EURES ist eines der bereits bestehenden Instrumente der EU zur Förderung einer fairen Arbeitskräftemobilität und erleichtert mit seinen Dienstleistungen jungen Menschen den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern. EURES bietet Zugang zu über 2,5 Millionen Stellenangeboten, wertvollen Tipps, Informationen zu Lebens- und Arbeitsbedingungen in verschiedenen europäischen Ländern sowie zu dynamischen Jobmessen und ähnlichen Veranstaltungen. Über sein Netzwerk geschulter Beraterinnen und Berater bietet EURES Arbeitsuchenden Beratung und Vermittlungsdienste an.
Die Unterkunftsfrage
Im Mittelpunkt des Dialogs stand auch die Frage der Erschwinglichkeit der Wohnkosten. Um mehr Wohnraum zu schaffen, wurden unter anderem Vorschläge zur Vereinfachung der Baugenehmigungs- und Umsetzungsverfahren sowie Anreize zur Sanierung leerstehender Immobilien gemacht. Um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, wurde ein europäischer Fonds speziell für die Wohnraumversorgung junger Menschen vorgeschlagen. Zur Sprache gebracht wurden außerdem Maßnahmen, um kleinere Städte und ländliche Gebiete als Wohn- und Arbeitsorte attraktiver zu machen. Zu den weiteren erörterten Lösungen zählten Mehrgenerationenhäuser und Telearbeit.
Die KI-Herausforderung
Angesichts der zunehmenden Automatisierung von Aufgaben, die üblicherweise von Berufseinsteigern ausgeführt werden, wurde auch die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Weiterqualifizierung hervorgehoben. Gleichzeitig erkannten die Teilnehmenden an, dass KI die grenzüberschreitende Anerkennung von Kompetenzen und Qualifikationen beschleunigen, den Arbeitsmarkt modernisieren und die Mobilität begünstigen könnte.
Roxana Mînzatu hielt den Abschlussvortrag, in dem sie die nächsten von der EU geplanten Schritte zur Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze, zur Förderung einer fairen Mobilität sowie zur Stärkung der beruflichen und digitalen Bildung skizzierte. Wenn du dich als junger Mensch fragst, wie du zu Veränderungen beitragen kannst, so lautete die Antwort der Exekutiv-Vizepräsidentin: Sei politisch aktiv – auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene. Politische Maßnahmen bleiben unvollkommen, wenn junge Menschen nicht gehört werden.
Weitere Informationen zum diesjährigen jugendpolitischen Dialog sind dem Bericht zu entnehmen. Informationen darüber, wie hoch die Lebenshaltungskosten in der EU sind, sind hier zu finden.
Weiterführende Links:
Bericht über den jugendpolitischen Dialog 2026
EURES – Hinweise und Tipps für Jobsuchende
EURES – Lebens- und Arbeitsbedingungen in Europa
Lebenshaltungskosten in der EU
Weitere Informationen:
Suche nach EURES-Beratern
Lebens- und Arbeitsbedingungen in EURES-Ländern
EURES-Dienstleistungen für Arbeitgeber
Kommende Online-Veranstaltungen
EURES auf Facebook
EURES auf X
EURES auf LinkedIn
- Datum der Veröffentlichung
- 24. Juni 2026
- Autoren
- Europäische Arbeitsbehörde | Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration
- Themen
- Geschäft /Unternehmertum
- Arbeitsmarktnachrichten/Mobilitätsnachrichten
- Nachrichten/Berichte/Statistiken
- Jugend
- Verwandte(r) Abschnitt(e)
- Sektor
- Accomodation and food service activities
- Activities of extraterritorial organisations and bodies
- Activities of households as employers, undifferentiated goods- and services
- Administrative and support service activities
- Agriculture, forestry and fishing
- Arts, entertainment and recreation
- Construction
- Education
- Electricity, gas, steam and air conditioning supply
- Financial and insurance activities
- Human health and social work activities
- Information and communication
- Manufacturing
- Mining and quarrying
- Other service activities
- Professional, scientific and technical activities
- Public administration and defence; compulsory social security
- Real estate activities
- Transportation and storage
- Water supply, sewerage, waste management and remediation activities
- Wholesale and retail trade; repair of motor vehicles and motorcycles