
Sie haben die Stelle bekommen und eine Wohnung gefunden. Bevor Sie Ihre Koffer packen, lassen Sie uns jedoch über das Geld reden, das Sie im neuen Land unmittelbar und in den ersten Wochen benötigen werden. Wenn Menschen beginnen, ihren Umzug ins Ausland zu planen, richten sie ihr Augenmerk meist auf die offensichtlichen Ausgaben, wie zum Beispiel die monatlichen Kosten für eine Unterkunft. Aber die Miete ist nur der Anfang. Es gibt noch einige weitere Kosten, die Sie berücksichtigen müssen.
Die versteckten Vorlaufkosten
In vielen EU-Ländern verlangen Vermieter vorab eine Kaution in Höhe von zwei bis drei Monatsmieten sowie die Miete für den ersten Monat. Das entspricht den Wohnkosten für bis zu vier Monate, die fällig sind, noch bevor Sie überhaupt den Schlüssel ins Schloss stecken. Dann sind da noch die Versorgungsunternehmen. Bei der Einrichtung der Strom-, Gas- und Wasserversorgung und des Internetzugangs fallen oft Anschlussgebühren oder Kautionen an, insbesondere wenn Sie keine lokale Bonitätshistorie oder keinen unbefristeten Arbeitsvertrag vorweisen können. Denken Sie auch an die Mobilität. Müssen Sie sofort ein Monatsticket kaufen? Oder vielleicht einen Gebrauchtwagen, wenn öffentliche Verkehrsmittel nur begrenzt verfügbar sind?
In Städten wie Berlin oder Barcelona können sich diese anfänglichen Ausgaben leicht auf insgesamt 3 000 bis 5 000 EUR belaufen. In teureren Hauptstädten wie Dublin oder Kopenhagen kann dieser Betrag deutlich höher ausfallen. Wenn Sie keinen solchen finanziellen Puffer haben, könnten Sie schon gleich zu Beginn in Schwierigkeiten geraten.
Erster Monat ohne volles Gehalt
Die Realität sieht so aus: Ihr erstes Gehalt kommt möglicherweise nicht zu dem Zeitpunkt, an dem Sie es erwarten. Viele Unternehmen zahlen im Nachhinein, d. h. Sie arbeiten den ganzen September, werden aber erst Ende Oktober bezahlt. Mit anderen Worten: Wenn Sie Anfang September umziehen, brauchen Sie ausreichend Ersparnisse, um die Lebenshaltungskosten für sechs bis acht Wochen und nicht nur für vier Wochen zu decken.
Dazu kommen die Kosten für die erforderlichen Unterlagen. Je nach Land müssen Sie möglicherweise Gebühren für die Anmeldung beim Einwohnermeldeamt, die Vergabe einer Steuernummer, eine Zusatzkrankenversicherung (falls Sie nicht sofort über Ihren Arbeitgeber versichert sind) oder sogar für eine beglaubigte Übersetzung Ihrer Zeugnisse entrichten. Diese Verwaltungsgebühren summieren sich schnell.
Wenn Sie Familienangehörige mitbringen, müssen Sie außerdem Schulanmeldegebühren oder Kautionen für die Kinderbetreuung berücksichtigen. Ohne ein finanzielles Polster kann diese Zeitspanne zwischen Umzug und Gehaltszahlung ziemlich anstrengend werden.
Wie EURES Ihnen bei der Vorbereitung helfen kann
Es ist schwierig, diese finanziellen Hürden allein zu bewältigen. Das müssen Sie jedoch nicht. Der Abschnitt Lebens- und Arbeitsbedingungen in Europa auf dem EURES-Portal bietet zahlreiche wertvolle Informationen zu wichtigen Themen wie Wohnungssuche, Schulbesuch, Steuern, Lebenshaltungskosten, Gesundheit, Sozialrecht und Anerkennung von Qualifikationen.
Die EURES-Berater sind eine weitere wertvolle Anlaufstelle für Orientierung und Unterstützung. Sie können Ihnen länderspezifische Informationen zu den durchschnittlichen Mietkautionen, Entgelten für Versorgungsunternehmen und den üblichen Zahlungszyklen an Ihrem Zielort liefern. Außerdem können sie Ihnen erklären, welche Unterlagen Sie vor Ihrer Abreise benötigen und ob Sie Anspruch auf Umzugsbeihilfen oder andere Unterstützungsleistungen haben. Wenn Sie sich frühzeitig an einen EURES-Berater wenden, können Sie eine finanzielle Planung erstellen, um Ihr neues Abenteuer voll Zuversicht und nicht mit Schulden zu beginnen.
Möchten Sie weitere Informationen zur Wohnungssuche in der EU? Hier finden Sie eine hilfreiche Checkliste.
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- Datum der Veröffentlichung
- 22. Oktober 2026
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- Europäische Arbeitsbehörde | Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration
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