
Wussten Sie, dass Feuerwehrleute heute nur 3 bis 5 Minuten Zeit haben, um sich sicher aus einem brennenden Gebäude zurückzuziehen? Vor dreißig Jahren waren es noch 15 Minuten – also bis zu fünfmal so lang. Die Welt verändert sich – die von uns verwendeten Baumaterialien, die Erderwärmung, unsere Anfälligkeit für Krankheiten – und all dies und noch vieles mehr wirkt sich auf unsere Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz aus. In der 12. Folge von Just Europe – der Podcast-Reihe der EU über die Herausforderungen auf dem Weg zu einem fairen und inklusiven Europa – wird der Bereich Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit und die Bedeutung dieses Themas im 21. Jahrhundert näher beleuchtet.
Die Welt verändert sich, und mit ihr auch die Risiken
Es sind nicht nur die heute verwendeten Baumaterialien, die die Brandbekämpfung riskanter machen: Gebäude verfügen mittlerweile auch über Solaranlagen und elektrische Energieversorgungssysteme. Und denken wir auch an Elektrofahrzeuge: Diese brennen zwar äußerst selten, doch sind – falls auch die Batterie in Brand gerät – schwieriger zu löschen. Neue Technologien bergen neue Risiken für alle Beschäftigten.
Wie Maria Albin, Wissenschaftlerin beim EU-finanzierten Projekt EPHOR, im Podcast erklärt, sind viele Expositionen eng miteinander verknüpft. Wenn Sie also einem krankheitsverursachenden Faktor ausgesetzt sind, sind Sie häufig zugleich auch anderen krankheitsverursachenden Faktoren ausgesetzt. Für Beschäftigte auf Baustellen wären das zum Beispiel Schweißdampf, Lärm und eine hohe körperliche Belastung – und das summiert sich natürlich.
Auch der Klimawandel und der grüne Wandel spielen eine immer größere Rolle bei der Veränderung der Sicherheits- und Gesundheitsrisiken bei der Arbeit. Laut William Cockburn Salazar, dem Exekutivdirektor der EU-OSHA, sind in einigen europäischen Ländern ein Drittel der Beschäftigten extrem hohen Temperaturen oder sehr schlechter Luftqualität ausgesetzt. Feuerwehrleute haben es mit immer mehr Waldbränden zu tun, Beschäftigte in der Forstwirtschaft mit neuen durch Mücken übertragenen Krankheiten. Berufstaucher, die Offshore-Windparks errichten und reparieren, sind ebenfalls zahlreichen Gefahren ausgesetzt: Sie müssen mit Hochspannung umgehen, können sich in Kabeln verfangen oder aufgrund des Wasserdrucks erkranken.
Wie gut sind wir also heute für das Management dieser kombinierten Expositionen gerüstet? Laut Klaus Heeger, Generalsekretär bei der Europäischen Union der Unabhängigen Gewerkschaften, stellt die Begrenzung der Exposition gegenüber einer Gefahr kein Problem dar: Man könne Schichten anpassen, geeignete Ausrüstung tragen und KI für eine bessere Arbeitsorganisation einsetzen. Schwierig werde es aus seiner Sicht, wenn die Exposition nicht weiter reduziert werden kann, wenn also zu ermitteln ist, wie das Risiko weiter verringert werden kann.
Wie ein sichereres Arbeitsumfeld geschaffen wird
Für Robert Marinković, Berater beim Internationalen Arbeitgeberverband (International Organization of Employers), gibt es keine Universallösung. Wichtig sei jedoch, über ein Datenerfassungssystem und Diagnoseinstrumente zu verfügen, eine gute Kultur der Kommunikation zwischen Beschäftigten und Arbeitgebern zu pflegen und ein Umfeld zu schaffen, in dem sich die Beschäftigten sicher fühlen, wenn sie Probleme ansprechen.
Um für eine sichere und gesunde Belegschaft zu sorgen, sollten Sie also folgendermaßen vorgehen:
- Bewerten sie die mit der Tätigkeit verbundenen Risiken,
- sprechen Sie mit Ihren Beschäftigten (diese kennen die Risiken, denen sie ausgesetzt sind, besser als alle anderen),
- ergreifen Sie Präventionsmaßnahmen,
- überwachen Sie die Gesundheit der Beschäftigten und
- führen Sie Schulungen durch und bereiten Sie sich auf Notfälle vor.
Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie man ein gesundes Arbeitsumfeld schafft? Hier erfahren Sie, wie digitale Technologien die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz fördern können.
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Einzelheiten
- Datum der Veröffentlichung
- 11. Juni 2026
- Autoren
- Europäische Arbeitsbehörde | Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration
- Themen
- Geschäft /Unternehmertum
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