
Am 1. Januar 2026 lagen die Mindestlöhne in der EU zwischen 620 EUR pro Monat in Bulgarien und 2 704 EUR in Luxemburg. Diese Zahlen zeigen zwar, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Luxemburg deutlich mehr verdienen, geben jedoch kein vollständiges Bild wieder.
Was ist der Mindestlohn und warum ist er so wichtig?
Es handelt sich um den niedrigsten Stunden-, Tages- oder Monatslohn, den Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ihren Beschäftigten für die geleistete Arbeit gesetzlich zahlen dürfen. Dieser Betrag wird durch die Gesetze oder Tarifverträge eines Landes festgelegt und schützt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer davor, übermäßig niedrige Löhne zu erhalten. In der EU gibt es in 22 der 27 Mitgliedstaaten gesetzliche Mindestlöhne. Ausnahmen bilden Österreich, Dänemark, Finnland, Italien und Schweden, wo Gewerkschaften und Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber die Löhne vereinbaren können.
Zunächst einmal bietet ein Mindestlohn finanzielle Sicherheit. Er fungiert als wichtiges Auffangnetz und stellt sicher, dass Ihnen selbst ein Einstiegsjob genug Geld einbringt, um Grundbedürfnisse wie Miete, Lebensmittel und Transport zu decken. Der Mindestlohn verhindert auch, dass Sie nur aufgrund mangelnder Erfahrung ungerechtfertigt niedrige Löhne erhalten.
Mindestlohngesetze fördern auch die formelle Beschäftigung, indem sie es für Unternehmen weniger attraktiv machen, Menschen „schwarz“ zu beschäftigen, was für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer keinen Schutz und keine Sozialleistungen bedeuten würde. Dank der jüngsten EU-Vorschriften müssen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber nun Einstiegsgehälter oder Lohnspannen in Stellenanzeigen angeben, was es Ihnen erleichtert, Angebote zu vergleichen und Ihren Lohn auszuhandeln.
Aber es geht nicht nur um die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – faire Löhne helfen auch den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern. Sie sorgen für zufriedene – und damit produktivere – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zufriedene Beschäftigte suchen seltener nach anderen Jobs, was bedeutet, dass Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber weniger für Personalbeschaffung und Schulungen ausgeben müssen. Ein Unternehmen, das faire Löhne zahlt, hat auch ein besseres Image, was dabei hilft, Talente anzuziehen, insbesondere unter jüngeren Beschäftigten, die Wert auf ethische Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber legen. Darüber hinaus geben Beschäftigte, wenn sie mehr verdienen, auch mehr aus – dies kurbelt die lokale Wirtschaft an und steigert die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen, was wiederum den Unternehmen zugute kommt.
Mindestlöhne: in Zahlen
Über 1 500 EUR pro Monat:
- Frankreich (1 823 EUR)
- Belgien (2 112 EUR)
- Niederlande (2 295 EUR)
- Deutschland (2 343 EUR)
- Irland (2 391 EUR)
- Luxemburg (2 704 EUR)
Unter 1 500 EUR pro Monat:
- Bulgarien (620 EUR)
- Lettland (780 EUR)
- Rumänien (795 EUR)
- Ungarn (838 EUR)
- Estland (886 EUR)
- Slowakei (915 EUR)
- Tschechien (924 EUR)
- Malta (994 EUR)
1 000 EUR – 1 500 EUR pro Monat:
- Griechenland (1 027 EUR)
- Kroatien (1 050 EUR)
- Portugal (1 073 EUR)
- Zypern (1 088 EUR)
- Polen (1 139 EUR)
- Litauen (1 153 EUR)
- Slowenien (1 278 EUR)
- Spanien (1 381 EUR)
Löhne zeigen nicht das ganze Bild
Die neuesten amtlichen Statistiken der EU bieten zwar einen nützlichen Überblick, geben aber nicht Aufschluss darüber, wie weit ein Mindestlohn im täglichen Leben tatsächlich reicht. Die Lebenshaltungskosten variieren innerhalb der EU stark, und Länder mit höheren Gehältern haben oft auch höhere Steuern, Wohn- und Dienstleistungskosten. Die Kaufkraftwerte basieren auf einem EU-weiten Durchschnittspreisniveau und nicht auf einem einzelnen Land. Das bedeutet, dass sie zeigen, wie weit ein Lohn im Verhältnis zu den gesamten Lebenshaltungskosten in Europa reicht.
Während beispielsweise der Mindestlohn in Polen bei 1 139 EUR liegt, entspricht sein Kaufkraftwert etwa 1 500 EUR. Das bedeutet, dass man sich in Polen etwa dieselbe Menge Lebensmittel und andere wichtige Dinge leisten kann wie man für 1 500 EUR in Ländern mit höheren Lebenshaltungskosten wie Deutschland oder Frankreich bekommt. Dies zeigt, dass ein höherer Mindestlohn nicht immer zu einer größeren Kaufkraft vor Ort führt.
Möchten Sie sich ein klareres Bild vom Lebensstandard in ganz Europa machen? Auf der Seite „Lebens- und Arbeitsbedingungen in Europa“ finden Sie länderspezifische Informationen zu Wohnraum, Gesundheitsversorgung und anderen praktischen Aspekten des täglichen Lebens.
Weiterführende Links:
Jetzt verfügbar: erste Daten zu Mindestlöhnen aus 2026
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Einzelheiten
- Datum der Veröffentlichung
- 5. März 2026
- Autoren
- Europäische Arbeitsbehörde | Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration
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